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Titelbild epd-doku-32-2016 epd-Dokumentation 32-2016

Veröffentlichung aus der Akademiearbeit

epd-Dokumentation: Ethische Implikationen des digitalen Wandels

Der Evangelische Pressedienst hat im August 2016 die Dokumentation "Ethische Implikationen des digitalen Wandels"  herausgegeben. Mit dabei: Beiträge der Akademie-Tagung "Mehr digitale Souveränität gewinnen" , die im April in Köln stattgefunden hat. Einen ersten Einblick in die Dokumentation gibt das Vorwort:

"Die technischen Möglichkeiten durch die Digitalisierung sind für alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereiche wie auch für die Individuen und ihre Kommunikation atemberaubend, und zwar im Guten wie im Schlechten. Die Beiträge dieser Ausgabe von epd-Dokumentation werfen Schlaglichter auf verschiedene Aspekte dieses Transformationsprozesses und daraus resultierender Möglichkeiten und Gefahren.

"Wenn wir unsere Grundrechte, und damit unsere Freiheit, im Internet und an unseren Rechnern verlieren, dann verlieren wir sie gleichsam in allen Lebensbereichen.‹ Und ich möchte das ergänzen mit der etwas dramatischeren These: ›Wenn wir der Technik blind vertrauen, sind wir verloren.‹ Es geht also in meinen Augen um nicht weniger als um Freiheit und Wahrhaftigkeit", schreibt Konstantin von Notz (S. 8).

Gernot Meier hat auf der Grundlage christlicher Ethik zehn Thesen für den Umgang mit den Möglichkeiten und Gefahren digitaler Technik formuliert und daraus zehn Gebote für das digitale Zeitalter abgeleitet (S. 13).

Ralf Peter Reimann (S. 16) konzentriert sich auf die theologischen Ausdeutungsmöglichkeiten digitaler Souveränität: "Der Kirchenvater Augustinus wird zu einem Anwalt für Open Educational Resources (OER), also für offene Bildungsmaterialien. Immaterielle Güter darf der Eigentümer nicht für sich behalten, sondern es ist seine christliche Pflicht, diese zu teilen. Auch Pietismus und Puritanismus scheinen Bewegungen, die wir heute mit Open Data bzw. Open Access bezeichnen, nahezustehen."

Malte Spitz (S. 23) expliziert, dass die Digitalisierung nur der Anfang war und mit Vernetzung und Automatisierung zwei weitere Veränderungsprozesse unser Leben und Arbeiten grundlegend beeinflussen werden. Diesen Einfluss zeigt er an Beispielen aus dem Alltag.

Sascha Kremer präzisiert in seinem Beitrag den Begriff Souveränität (S. 30): "Ein wesentliches Element der Diskussion um die Schutzbedürftigkeit personenbezogener Daten ist die ›digitale Souveränität‹, verbunden mit den Begriffen Informationsfreiheit und Transparenz. (. . .) Treffender ist die Bezeichnung ›vernetzte Souveränität‹. Denn die Digitalisierung war nur die Vorstufe zur Vernetzung im ›Internet der Dinge‹, die inzwischen unseren Alltag bestimmt. Letztlich geht es um die Entscheidung, wie jeder Einzelne seine persönliche, virtuelle Identität in der Kommunikation mit anderen Menschen, aber eben auch im Kontakt mit Maschinen abgrenzt bzw. begrenzt und beherrscht."

Ralph Charbonnier reflektiert die Wirkungen der digitalen Erfassung von Lebensfunktionen und Big Data u. a. im Hinblick auf Privatheit und Öffentlichkeit (S. 36): "Gott unterstützt Adam und Eva in ihrem Versuch, Privatsphäre vor Blicken und strategischem Handeln anderer zu schützen (. . .). In dieser Legitimation und Förderung der Privatsphäre durch kulturelle Schutzmaßnahmen kann sein Segenshandeln gesehen werden. (. . .) Hier (in der Bergpredigt, d. R.) wird die Einsicht wachgehalten, dass es für die persönliche Kommunikation mit Gott, bei der existentielle Willensäußerungen getätigt und Vergebungsbitten ausgesprochen werden, einen Raum braucht, der der strategischen Kommunikation, also einer Kommunikation, bei der Interpretationen anderer Kommunikationsteilnehmer in der eigenen Kommunikation berücksichtigt werden (Mt 6,5) oder die von Anderen missbraucht werden könnte, entzogen ist."

Quelle: Vorwort zur epd-Dokumentation "Ethische Implikationen des digitalen Wandels"

Aus dem Inhalt:
Ethische Implikationen des digitalen Wandels

Dr. Gernot Meier:
Wahrheit, Freiheit und Bescheidenheit / Laudatio für Konstantin von Notz 

Dr. Konstantin von Notz:
Maschinenmacht und Menschenbild.
Eine christliche Perspektive auf Freiheit und den elektronischen Kühlschrank

Dr. Gernot Meier:
10 Thesen für die digitale Revolution

Ralf Peter Reimann:
Von Open Access und Privacy sowie von christlicher Unterweisung und
göttlicher Vorhersehung oder: digitale Souveränität theologisch 

Malte Spitz:
Digitale Spuren – ein Faktencheck zu personenbezogenen Daten 

Sascha Kremer:
Digitale Souveränität: Informationsfreiheit und Transparenz

Dr. Ralph Charbonnier:
Digital kontrolliertes Leben – theologische Sondierungen zu
Lifelogging-Anwendungen und Big Data


Bibliographische Hinweise:

Ethische Implikationen des digitalen Wandels

  • "Maschinenmacht und Menschenbild" -Verleihung des Bad Herrenalber Akademiepreises 2015 an Dr. Konstantin Notz (MdB), Bad Herrenalb, 25. Oktober 2015

  • "Mehr digitale Souveränität gewinnen. Rechtliche, technische und ethische Optionen für kirchliche Handlungsfelder", Köln, 6. April 2016

  • "12 Köpfe, 12 kontroverse Positionen, eine Herausforderung: Die digitale Revolution - ethische Aspekte für Lifelogging", Freiburg, 11. Mai 2016

epd-Dokumentation 32/2016 (9. August 2016)
Frankfurt a.M., 44 Seiten, geheftet
4,60 Euro zzgl. Porto
zu bestellen bei dem Gemeinschaftswerk für Publizistik per Mail 

 

 

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Reinhold Schardt / GA / 16.09.2016



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